Von der Mühle zur ersten Backstube
Vor 100 Jahren stand auf dem Platz der heutigen Bäckerei Ledermühle noch ein Bauernhof mit einer klassischen kleinen Mühle. Rudolf Bindl, der Großvater des heutigen Bäckers, war Landwirt und Müller. Er und seine Frau Katharina kämpften hart, um sich gegen die wachsenden Müllerei-Konzerne durchzusetzen. Da hatten die findigen Klein-Unternehmer eine Idee: Sie begannen, das gemahlene Mehl gleich direkt weiterzuverarbeiten. Dies war nur möglich, weil es ein Gewerbe- und Handelsgesetz noch aus der Zeit von Kaiserin Maria Theresia gab: Damit war es kleinen Müllerei-Betrieben in ländlichen Gebieten erlaubt, Brot zu backen. So schoben Katharina und Rudolf Bindl das erste Ledermühlen-Brot in den Holzofen. Es kam gut an und bald darauf entstand neben der Ledermühle die erste Backstube.
Vom Brot backen zur Bäckerei
Der Sohn der Familie, ebenfalls ein Rudolf, machte eine Lehre als Bäcker und schloss mit der Meisterprüfung ab. Mit seiner Betriebsübernahme 1976 schlug dann die Geburtsstunde der Bäckerei Ledermühle: Jetzt war aus der Mühle eine richtige Bäckerei geworden. Rudolf und seine Frau Renate verkauften nicht mehr nur das in der Umgebung bereits berühmte Ledermühlen-Brot, sondern auch Kleingebäck und Mehlspeisen. Auch das kam sehr gut an und der Betrieb konnte wachsen: 1990 errichteten Renate und Rudolf eine neue Backstube und sechs Jahre später einen neuen Geschäftsraum mit Café-Ecke.
Von der reinen Bäckerei zur Konditorei
Wieder gab es einen Sohn in der Familie, der Rudolf hieß und dem das Brot backen in die Wiege gelegt worden war: Rudi Bindl Junior. Mit Abschluss seiner Lehre 2004 wurde die Bäckerei Ledermühle um den Konditoreibetrieb erweitert. Nun verließen auch hausgemachte Torten die Backstube und ein richtiges Kaffeehaus musste her, damit die Kunden diese besonderen Mehlspeisen auch genießen konnten. So eröffnete die Familie Bindl 2005 das Kaffeehaus im Ort und baute im Jahr darauf auch eine Konditorei dazu. Ab jetzt konnten die Kundinnen und Kunden mit noch mehr Torten verwöhnt werden und es gab erstmals das mittlerweile berühmte hausgemachte Speiseeis.
Bäckerei Ledermühle: Tradition mit modernen Ideen
Rudi Bindl junior und seine Frau Manuela übernahmen den Betrieb 2016. Ihre Philosophie ist es, die Tradition der Bäckerei zu bewahren und gleichzeitig an die Zukunft zu denken. So werden die neuen Backöfen mit Hackschnitzel betrieben, die Rohstoffe aus der Region bezogen und die Produkte aus biologischen Zutaten hergestellt. 2017 haben die Beiden sogar eine eigene Getreidemühle gekauft und begannen, einen Teil ihres Mehl-Bedarfs selbst zu vermahlen. Das Getreide wird von Landwirten aus der Umgebung angekauft. Damit steht nun auf dem Platz der damaligen Ledermühle eine moderne Bäckerei und Konditorei mit 30 Beschäftigen – und einer hauseigenen Getreidemühle.

Unternehmensphilosophie
Das persönliche Bindl-Reinheitsgebot
„Als Nahrungsmittel-Erzeuger trage ich auch persönlich eine Verantwortung für die Gesundheit meiner Kunden“, ist Rudi Bindl überzeugt. Der Chef des Familienbetriebes Bäckerei Ledermühle ist sicher, dass die zunehmend industrielle Herstellung von Brot und Gebäck, die häufig mit der Zugabe von gentechnisch veränderten Enzymen oder Anti-Schimmel-Schutzmitteln und tiefgekühlten Fertig-Teigen einhergeht, bei einem Grundnahrungsmittel wie Brot nicht spurlos an uns vorübergeht. „ Immer mehr Menschen leiden an Allergien und Unverträglichkeiten. Ich möchte Nahrungsmittel verkaufen, die nicht nur schmecken, sondern den Menschen auch guttun“, so der Bäcker- und Konditormeister.
Deshalb setzt Familie Bindl bei der Herstellung von Backwaren und Speiseeis auf ein eigenes Reinheitsgebot.

Die Bäckerei Ledermühle verfolgt folgende Grundsätze:
Natur pur
Chemische Enzyme, die für einen immergleichen Geschmack des Brotes sorgen sollen, oder künstliche Aromen haben in den Produkten der Bäckerei Ledermühle genauso wenig zu suchen wie unnatürliche Konservierungsmittel oder Anti-Schimmel-Schutzmittel. Vom Ledermühlen-Brot über das Kleingebäck und die Mehlspeisen bis hin zum Eis der hauseigenen Konditorei: Die Produkte aus dem Hause Bindl leben von der hohen Qualität der natürlichen Inhaltsstoffe. Das macht den Geschmack der Produkte aus, mit dem sich die Bäckerei Ledermühle auch außerhalb der Region bereits einen Namen gemacht hat.
Biologische Rohstoffe
Im Sortiment der Familien-Bäckerei finden sich viele verschiedene Brote, die auch das Bio-Zertifikat tragen. Auch „Bindl’s Beste“, die neue eigene Marke für gesundes Knabbergebäck, trägt das Bio-Siegel.
Regionale Partnerschaften
Die Bäckerei Ledermühle bezieht so viel Getreide wie möglich von Bauern aus der Umgebung. Damit wird die Region gestärkt und die Produkte profitieren von der hohen Qualität der regionalen Landwirtschaft. Das Eis aus der Konditorei wird mit regionaler Milch hergestellt.
Handarbeit und Tradition
Der hausgemachte Natursauerteig für das berühmte Ledermühlen-Brot wird seit Jahrzehnten auf dieselbe Art und Weise verarbeitet. Auch die Torten und Mehlspeisen aus der Ledermühlen-Konditorei sind weit und breit dafür bekannt, dass sie nach bewährten Rezepten gebacken werden – und so schmecken, wie früher bei der Oma. Die Bäckerei Ledermühle verfügt seit Kurzem sogar über eine hauseigene Getreidemühle, in derGetreide frisch und in Handarbeit vermahlen wird.
Ökologisch und im Einklang mit der Umwelt
Anstatt Teige günstig vorproduzieren zu lassen und tiefgefroren nach Österreich einzuführen, setzt die Bäckerei Ledermühle auf kurze Wege und umweltfreundliche Produktion. Sogar die Backöfen in der Backstube werden seit Jahren mit Biomasse beheizt: Die Familie Bindl betreibt ihre Backstube mit Hackschnitzel aus der Region.
